“Weib, Dein Name ist Inkonsequenz”

Jetzt liegst Du da, die Arme weit von Dir gestreckt, starren Deine Augen in den Himmel und ich vermisse was. Mia Cara wo ist das Leuchten hin? Wo der spitzbübische Ausdruck? Du liegst da, als würdest Du darauf warten, dass Gras über Dich wächst.
Ich sitze hier und traue mich nicht Dich zu berühren. Schlimmer noch – ich weiß nicht was ich sagen soll und wenn es etwas gibt, das ich wirklich hasse, dann ist es Hilf- und Machtlosigkeit.

Ein ereignissreiches Jahr ging zur Neige. Wir hatten beide unsere Aufs und Abs. Hach war das schön, als Du anfingst über ihn zu reden. Die Art und Weise wie Du das tatest, brachte mich mehr als einmal zum Schmunzeln und irgendwie hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Du sprühtest nur so vor Energie und Kreativität und mit jedem Tag wurde es mehr. Jemand ganz Besonderes hatte einen flachen Stein in Dein Wasser geworfen. Die Wellen erreichten alle, die Dich umgaben.

Dann kam Dein Anruf. Die Stimme zittrig, die Verzweiflung spürbar. Aufeinmal sagte Dein Bauch Dir, es gäbe da noch jemand anderes. Ich habe versucht Dich zu beruhigen.
Dein Bauchgefühl lief ja schon etwas länger neben der Spur und hätte dringend mal justiert werden müssen. Nach anfänglichem Zörgern hast Du mir bereitwillig zugestimmt und das Gefühl verworfen. Jetzt sitze ich hier und fühle mich schuldig.

Ich beuge mich zu Dir nach vorne und sehe die Tränen in Deinen Augen glitzern. Brauchst Du mich? Drück mich! Oder reicht es wenn ich einfach hier neben Dir sitze? Gedanken die ungesagt im Nichts verhallen. Meine starke, kleine Nane. Du wirst auch diesmal wieder mit einem Seufzen aufstehen, Deine Haare schütteln, Deine Kleidung zurechtzuppeln, mich anschaun und sagen “Komm – lass uns einen Kaffee trinken gehen.”

Vergiss sie. Denk nicht mehr an sie. Sie wird auch keinen Gedanken an Dich verschwenden. Ich bin eine gute Freundin und verkneife mir mein “Ich hab Dir doch gesagt, Du sollst das lassen”.
Wie oft hast Du mir trozig entgegengeschmissen, dass Du nicht kämpfen wirst. Das Du keine Lust auf Zickenalarm hast. Anfangs noch gab ich zu bedenken, dass Du das Gleiche Recht dazu hast wie sie. Dir war das egal. Und dann hast Du Dich doch aufs Feld geschmissen – mitten in die berittenen Truppen. Ich habe Deine Blessuren gepflegt und Dich mehr als einmal gebeten die weiße Fahne zu schwenken.

Jetzt liegst Du hier. Deine Hände zeigen leer nach oben, mein Vorrat an Pflastern zur Neige. Ich habe mich gestern nicht schnell genug schützend vor Dich geschmissen. Zu spät gesehen wie Du mit Anlauf in das offene Schwert gelaufen bist. Für eine Sekunde sah es so aus, als tätest Du es ganz bewusst. Warum hast du das gemacht? Der Stahl bohrte sich tief in Deinen Bauch und ich schrie auf.
Du bist in seinen Armen zusammengesunken, standest auf, zogst das Schwert mit einem Ruck heraus und hast es ihm vor die Füße geschmissen. Dann drehtest Du Dich zu mir um und kamst auf mich zu. Seitdem sind Deine Augen leer, Deine Bewegungungen mechanisch, kraftlos.

Ich wünschte er würde jetzt einfach vorbeikommen, sich neben Dich ins Gras legen und Dir schweigend all das sagen, was Du so gerne hören würdest.
Ich wünschte Du würdest jetzt irgendwas typisch Kurioses sagen und mich zum Lachen bringen. Ich wünschte Du würdest wütend aufspringen und Deinem Unmut lautstark Luft machen.

Ich wünschte Du würdest irgendwas tun, als einfach nur so dazuliegen.

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