Zwei Saiten Thema „Neuanfang“ – AnaSzui

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Neuanfang. Silvester grad vorbei. Ein beliebtes Datum für Neuanfänge, Vorsätze, Restrospektiven. 1 Tag von 365 und trotzdem für viele so bedeutungsschwanger. Und ein paar Tage später meist schon wieder vergessen … Gründe die dazu führen, dass man das Bedürfnis verspürt den Resetknopf zu betätigen, gibt es wie Sand am Meer. Ob es nun ein Bruch im Leben, wie Jobverlust, Trennung, Midlife Crisis ist, oder schlicht die immer lauter werdende Stimme in einem nicht gücklich zu sein. Jeder Tag kann Silvester sein, niemand zwingt uns mit Veränderungen bis dahin zu warten. Niemand zwingt uns bis zur Schmerzgrenze auszuhalten. Außer unser innerer Schweinehund, der gern vertagt, Angst und im schlimmsten Fall – Resignation.

ABER: Ver-Tagen heißt nichts anderes als kostbare Zeit zu verschenken. Vor-Sätze sind nichts anderes als davor zu bleiben, vor den Taten, Angst lähmt und nimmt die Chance auf Besseres und Resignation? Resignation ist nichts anderes als sich ab-finden. Aufhören Neues zu entdecken, zuzulassen und insofern innerer Selbstmord. Manchmal fallen solche Umbrüche zufällig auf den Jahreswechsel. Mein Schlimmster hatte sich diesen Zeitraum ausgesucht. Ich lag länger diesbezüglich in den Vorwehen und bin jetzt mitten in den Nachwehen. Ich habe brav am 31.12 kurz vor Mitternacht meinen Zettel verbrannt, auf dem Alles stand, was ich im alten Jahr lassen möchte, Alles was ich aus meiner Sicht falsch gemacht hatte, Alles wie ich nicht mehr sein wollte und kurz nach Mitternacht, im neuen Jahr, den Zettel verbrannt auf dem Alles stand, was ich mir von der Zukunft wünsche. Natürlich nicht, ohne den Zusatz „Solange es für mich und die Betreffenden das Richtige ist“.

Der Jahreswechsel war bis auf dieses Ritual, genau wie die Tage davor und danach. Vermutlich macht das auch den Unterschied, dass ich nicht wie gewöhnlich längst über die Vor-Sätze hinweg bin, sondern immer noch am Ball. Das Datum als solches war irrelevant für meine Wünsche und mein Tun. Irgendwann werde ich mich sicher wie Phönix fühlen. Aktuell fühle ich mich eher wie im Eisbad nach dem Saunagang – Ich weiß es ist wichtig und tut mir gut, aber es schmerzt und macht eher wenig Freude. Mein „Mantra“ (das ich das ganze Jahr über hatte und beibehalte, auch wenn es „scheinbar“ nichts gebracht hat, glaube ich weiter daran) – „Alles wird gut!“ Frei nach der Überzeugung – Am Ende ist Alles gut und ist es nicht gut, ist es noch nicht das Ende!“

Es macht natürlich erstmal wenig Freude sich hinzusetzen und zu überlegen – wo stehe ich? Was an mir finde ich gut, was mag ich nicht, wo stehe ich mir selbst im Weg, was kann ich ändern? Dennoch bin ich es angegangen, habe in mich reingehorcht, geschrieben, gezeichnet, andere befragt. Ohne Reflexion, kein Neuanfang. Mitte Januar und ich bin einen Tattoo-Entwurf und zig Listen mit Zielen weiter und sogar schon angefangen umzusetzen. Neuanfang heißt dennoch für mich nicht alles Alte aufzugeben. Alles was mir wichtig ist, rette ich mit rüber und gebe ihm einen neuen Anstrich, selbst wenn es ein antiquer Anstrich ist. Ich habe mich immer schon am wohlsten gefühlt zwischen Altem und Neuen.

Du gehörst dazu. Und Du auch. Du bist gefühlt schon immer da und Du gemessen daran erst seit kurzem und andere so in der Mitte. Und ja – auch Du bist dabei, wenn auch aus weiter Ferne zuguckend. Eine handvoll Menschen, die immer in meinem Herzen waren und sind. Teils stolz darauf, teils unwissend, teils unerreichbar, aber spürbar. Grad in Momenten wie diesen, habe ich euch alle zum Sit-In versammelt in meinem Herzen und berichte euch stolz von meinen Umbrüchen und Weiterkommen und spüre unendliche Liebe und Dankbarkeit dafür euch zu kennen / gekannt zu haben.

Ich bin in manchem nicht mehr dieselbe wie vor 25 Jahren, oder letzte Woche und der Neuanfang ist immer noch nicht komplett abgeschlossen,liebe mich mehr als sonst und bin mir sicher ihr tut das auch. Nicht einer von euch in diesem Jahr den ich aus diesem Jahr gehen lassen möchte und nicht die Hand ins Neue reiche. Ich bade in Zukunftsgedanken und hülle mich wärmend in Erinnerungen mit euch. Ich probiere neue Schminktechniken und benutze euch als Spiegel und Abschminktücher. Ihr seid meine Hanteln, meine Tastatur, mein Objectiv. Der Schnee unter meinen Kufen unter dem ich aus dem Winter in den Sommer gleite um uns gemeinsam in die Fluten zu schmeißen. Ganz viel wie ihr mich kennt und dennoch auch ganz neu …

Zur anderen Saite / Kolumne Tristan Rosenkranz bitte hier entlang.

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