Nach dem Camp ist vor dem Camp

Unter dem Motto besser spät als nie, reiche ich hiermit meine persönlichen Eindrücke meines allerersten Camps überhaupt, dem EduCamp in Hamburg am 05. und 06.02.2010, nach.

Ein paar Tage vor dem Wochenende erreichte mich die freudige Nachricht, dass ich für beide Tage von der Warteliste auf die Teilnehmerliste gerutscht bin.

Gemischte Gefühle, weil ich mich einerseits sehr gefreut habe und neugierig war und andererseits auch unsicher was da auf mich zukommt und wie ich mich einbringen kann. Zunächst bin ich dann über eine Packliste gestolpert, die ich sehr hilfreich fand. Allerdings bin ich dort das erste Mal über das Wort Poken gestolpert, von dem ich bis dahin nie was gehört hatte. Man lernt halt nie aus und das ist gut so.

Trotzdem war ich sehr nervös, als ich am 05. morgens die EPB (Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft ) an der Uni Hamburg betrat. Was mich dort erwartete waren nette Menschen, von denen ich erst mal einen Pass in die Hand gedrückt bekam, auf den ich selbst eintragen konnte was ich wollte – Realname, Nick im Netz, Beides – je nach Gusto. In diesem Pass befanden sich auch 3 Marken für Kaffee, oder Tee und eine Marke für ein Mittagsessen in der Mensa.

Die Begrüßung fand im Hörsaal statt. Ich kann nicht sagen wie viele da waren, aber ich würde schätzen es waren so um die 200.

Dann kam für mich eine Schrecksekunde – Auf dem Podium wurde verkündigt, dass wir mit einer kleinen Vorstellungsrunde beginnen würden. Oweh. Kurz Namen sagen, wer man ist, was man macht und drei Tags zu den Interessen warum man da ist. Fluchtgedanken. Ja ungewöhnlich auf ein Camp zu gehen und vor so etwas simplen Angst zu haben. Aber das Reden vor Gruppen war schon immer eine große Phobie für mich. Als dann auch noch das Mikrophon an den ersten gereicht wurde, war ich wirklich kurz davor still und heimlich zu gehen.

Im Nachhinein bin ich stolz standhaft geblieben zu sein. Als ich das Mikro in den Händen hielt, waren meine Hände zwar schweißnass und ich brauchte keinen Spiegel um zu merken, dass meine Gesichtsfarbe auf die einer Tomate wechselte, aber ich hab es durchgezogen.

Meine Tags die ich mir unter Stress in Windeseile überlegt hatte (wieso habe so viele abgelesen, waren die alle vorbereitet??? Und wieso wusste ich nichts davon?) waren:

#Web2.0, #E-Learning, #Kreativität.

Die Vorstellungsrunde wurde humorvoll vom Dekan unterbrochen und in seine Begrüßung umgeleitet, da er wenig Zeit hatte, uns aber persönlich begrüßen wollte. Herzhaftes lachen und Beifall. Ein gelungener Auftritt.

Foto von ertelt
Foto von ertelt

Nach der Vorstellungsrunde, begann die Zeit derer, die eine „Session“ vorschlagen wollten. Für alle die, die noch nie auf einem Camp waren – Ein Camp ist eine sogenannte „Unkonferenz“ . Ab von der klassischen Aufteilung derer die einen Vortrag halten und dem Publikum. Viele Themen die einen interessieren und wo man sich aussuchen kann, an welchen man sich beteiligen möchte. Dann ist es eher so, dass derjenige der eine Session vorgeschlagen hat eine kurze Einführung gibt, dann aber alle aktiv mit einsteigen. Es ist sogar völlig in Ordnung eine Session einfach wieder leise zu verlassen, wenn man sich unter dem Thema doch was anderes vorgestellt hat und stattdessen bei einer anderen Session verspätet zuzustoßen, ohne dass das als unhöflich angesehen wird.

Normalerweise gilt das Credo, dass jeder Neuling eines Camps am besten sofort selbst eine Session anbietet. Der Kelch ging gottlob unauffällig an mir vorbei, weil bereits genügend Interessenten auf´s Podium stürmten. Ich hätte mich bei meinem ersten Mal auch noch nicht stark genug gefühlt und war mit der Situation wie sie war auch bereits genug gefordert, zugegebenermaßen.

Die Sessionvorstellung habe ich gefilmt, aber noch nicht bearbeitet. Sobald ich damit fertig bin, lad ich sie hoch.

Die Vorstellung verlief folgendermaßen:

Jemand stellte das Thema vor, dass ihm vorschwebte und die, die daran Interesse hatten (egal ob im Publikum sitzen geblieben, oder selbst unter den Vorstellern) gaben per Handzeichen kund, wenn sie sich dafür interessierten.

Informationoverflow – ich wusste nach einer halben Stunde bereits nicht mehr wo ich überhaupt hinwollte. Mit so vielen Vorschlägen hatte ich auch gar nicht gerechnet. Danach gingen die, mit den Themen, für die sich genügend Interessierte gemeldet hatten, ins Foyer und ließen sich mit ihrer Session eintragen. Geplant waren immer um die 45 Minuten und 15 Minuten Übergangsphase. Wer länger brauchte/wollte, trug sich für Doppelstunden ein. Aus der Erfahrung der Sessions in denen ich im Laufe des Tages war, kann ich nur sagen, dass wir es glaube ich nicht einmal geschafft haben die Zeit einzuhalten und das ich meinen Mensa-Gutschein zurückgegeben habe am Nachmittag, weil ich dafür schlicht keine Zeit hatte/nehmen und keine Session verpassen wollte, eher welche parallel liefen, ich mich aber nicht teilen konnte. Verhungert und verdurstet bin ich dank der Sponsoren, die für frisches Obst, Säfte und Wasser gesorgt hatten, trotzdem nicht.

Gut vorbereitet wie ich war, brauchte ich keine Verlängerungskabel, möchte aber dennoch dem Orgateam ein Lob dafür aussprechen, dass sie überhaupt so pfiffig waren daran zu denken Verlängerungskabel zu besorgen, für die, die welche brauchten. Wo ich auch hinsah, saßen Leute an ihrem Laptop oder Smartphone (so viele iPhones auf einen Haufen habe ich noch nie gesehen. :D).

Ich mache an dieser Stelle erst mal einen Schnitt – wer mag schon Tapeten lesen?  😉

Wen interessiert wie es weiterging – bitte hier lang.

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